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Gefühle & Entwicklung · 6 Min Lesezeit

Wie Geschichten Kindern helfen, mit großen Gefühlen umzugehen

Wut, Angst, Eifersucht — kleine Kinder erleben große Gefühle, haben aber noch kaum Werkzeuge, um damit umzugehen. Geschichten können diese Werkzeuge liefern. Aber nur, wenn sie es richtig machen.

Ein Kind, das vor dem Schlafengehen noch tobt, ist kein schwieriges Kind. Es ist ein Kind, dessen Gefühlsregulation noch in den Kinderschuhen steckt. Die Fähigkeit, ein starkes Gefühl zu bemerken, zu benennen und wieder herunterzukommen, entwickelt sich über Jahre — und Geschichten können dabei eine überraschend große Rolle spielen.

Was Emotionsregulation eigentlich ist

Emotionsregulation bedeutet nicht, keine Gefühle zu haben. Sie bedeutet, mit ihnen umgehen zu können: zu merken, dass man wütend ist, ohne von der Wut überrollt zu werden. Für junge Kinder ist das schwer, weil die dafür zuständigen Hirnregionen noch reifen. Sie brauchen Modelle — Beispiele dafür, wie man fühlt und trotzdem handelt.

Was die Forschung sagt

Mehrere aktuelle Arbeiten beschreiben Geschichtenerzählen als Werkzeug für die emotionale Entwicklung. Eine Untersuchung von 2025 betrachtet das Erzählen als Möglichkeit, Gefühle in einem sicheren Rahmen zu erleben und einzuordnen. Ein systematischer Überblick (2024) verknüpft Geschichten mit dem Aufbau von Resilienz, und eine weitere Arbeit (2024) beschreibt, wie Kinder über Erzählungen Selbstregulation einüben. Die Befunde sind ermutigend, auch wenn die Forschung hier noch jung ist.

Warum „das Gefühl benennen" wirkt

Wenn eine Figur in der Geschichte sagt „Ich habe Angst" oder „Ich bin traurig", passiert beim Zuhörer etwas Wichtiges: Das Gefühl bekommt einen Namen. Kinder, die Gefühle benennen können, geraten seltener in Überwältigung — Sprache schafft Abstand. Eine Geschichte, in der eine Figur Angst hat und dann einen kleinen Mutschritt macht, zeigt nicht nur das Gefühl, sondern auch einen Ausweg.

Geschichten lehren Gefühle am besten, wenn sie ein Gefühl zeigen und einen Umgang damit — nicht, wenn am Ende eine Moral angeklebt wird.

Warum erhobene Zeigefinger nicht funktionieren

„Und die Moral von der Geschicht..." — Kinder spüren den Zeigefinger sofort und schalten ab. Belehrung erzeugt Widerstand, keine Einsicht. Wirksam ist das Gegenteil: gezeigt, nicht gesagt. Eine Figur, die das weinende Tier zuerst tröstet, lehrt Mitgefühl, ohne das Wort „Mitgefühl" je zu erwähnen. Das Kind zieht die Verbindung selbst — und genau deshalb bleibt sie haften.

Deshalb tragen die Helden bei Feder & Funke ihre Charaktereigenschaften leise. Ein Gefühl wird gezeigt, ein Umgang damit vorgelebt — aber nie als Lektion verkündet. Die Geschichte bleibt eine Geschichte.

Zum Weitersprechen am Bettrand

Wie hat sich die Figur gefühlt, als alles schwierig war? · Was hat ihr geholfen, ruhiger zu werden? · Wann hast du dich heute mal so gefühlt?

Quellen: ResearchGate (2025) · Wiley (2024) · Taylor & Francis (2024). Bei anhaltenden Ängsten oder starker emotionaler Belastung hilft die Kinderärztin weiter.

Gefühle erleben — sicher, im Bett, jeden Abend.

Feder & Funke schreibt Geschichten, in denen Gefühle gezeigt und gemeistert werden — ohne erhobenen Zeigefinger.

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